Reishi
Reishi-Heilpilz
Reishi gilt in der traditionellen Anwendung als einer der bedeutendsten Vitalpilze. Sein besonderes Interesse liegt in seinem breiten Spektrum an bioaktiven Inhaltsstoffen. Er unterstützt die Regulation des Immunsystems, hat entzündungsmodulierende Eigenschaften und eine ausgleichende Wirkung auf das Nervensystem.
400 bioaktive Substanzen – breites Einsatzgebiet
Reishi, auf Latein Ganoderma lucidum und auf Deutsch als Glänzender Lackporling bekannt, zählt zu den bedeutendsten Heilpilzen und gilt als eines der ältesten Naturheilmittel der Welt. Der Name „Reishi“ stammt aus dem Japanischen und bedeutet „göttlicher Pilz“.
Der Pilz ist weltweit verbreitet und wächst vorwiegend auf Laubbäumen, insbesondere auf Eichen. Aufgrund seines bitteren Geschmacks und seiner harten, holzigen Konsistenz eignet sich Reishi nicht als Speisepilz. Stattdessen wird er seit Jahrhunderten in der traditionellen asiatischen Heilkunde als wertvoller Vital- und Heilpilz geschätzt.

In der traditionellen chinesischen Medizin wird Reishi seit Jahrtausenden geschätzt und zu gesundheitlichen Zwecken verwendet. Dort ist er unter dem Namen „Ling Zhi“ bekannt, was sinngemäss „Pilz der spirituellen Kraft“ oder „göttlicher Pilz der Unsterblichkeit“ bedeutet. Aufgrund seiner hohen Wertschätzung wurde er in der traditionellen chinesischen Heilkunde den bedeutendsten Heilmitteln zugeordnet und zählte zu den sogenannten „Kräutern Gottes“. Reishi galt als besonders kostbar und wurde häufig als „König der Heilpilze“ bezeichnet.
Viele der traditionell beschriebenen Eigenschaften des Reishi werden heute wissenschaftlich untersucht. Für einige Anwendungsgebiete liegen bereits vielversprechende Forschungsergebnisse vor.
In China und anderen asiatischen Ländern gilt der Pilz bis heute als Symbol des Glücks. Wer ihn kennt, könnte sich tatsächlich als Glückspilz bezeichnen, denn es gibt kaum einen anderen Heilpilz mit derart breitem Einsatzgebiet. Das hängt mit der Vielfalt wertvoller Inhaltstoffe zusammen – bislang wurden rund 400 bioaktive Substanzen nachgewiesen.
Reishi im Video
Erfahre mehr über die Reishi-Heilpilz und die enthaltenen Vitalstoffe im Video mit Dr. med. Heinz Lüscher.
Inhaltsstoffe und Funktionen
Triterpene
Im Reishi wurden rund 150 Triterpene (Bitterstoffe) identifiziert. Es handelt sich dabei um chemisch und pharmakologisch gesehen äusserst interessante und vielfältige sekundäre Pflanzenstoffe. Diese schützen den Reishi selbst vor dem Befall von Mikroorganismen und wirken im Körper stark antibakteriell und entzündungshemmend. Ein mögliches Einsatzgebiet sind deshalb Erkrankungen, bei denen schulmedizinisch Steroidhormone – wie Kortison – verabreicht werden. Doch im Gegensatz zu Kortison verlaufen Therapien mit dem Reishi nebenwirkungsfrei.
Die Histaminausschüttung, die für Schwellungen, Rötungen und Juckreiz bei Allergien verantwortlich ist, wird eingedämmt. Reishi hat durch seinen hohen Gehalt an Triterpenen eine ausgesprochen positive Auswirkung auf alle Entzündungen im Körper. Triterpene können weiter das Herz-Kreislaufsystem stärken, Bluthochdruck senken (Hypertonie) und einer Leberinsuffizienz vorbeugen bzw. entgegenwirken.
Polysaccharide (insbesondere Beta-Glucane)
Der Reishi enthält mehr als 100 verschiedene hochwirksame Polysaccharide. Polysaccharide sind sogenannte Mehrfachzucker, die aus mindestens zehn, häufig jedoch aus mehreren Tausend chemisch miteinander verbundenen Einfachzuckern (Monosacchariden) bestehen. Im Körper übernehmen sie zahlreiche wichtige Aufgaben.
Besonders bedeutsam sind die im Reishi enthaltenen Beta-Glucane, die zu den wichtigsten bioaktiven Polysacchariden zählen. Sie besitzen immunmodulierende Eigenschaften und unterstützen das Immunsystem nicht durch eine reine Stimulation, sondern durch eine regulierende Wirkung. Das bedeutet, dass sie sowohl bei einer verminderten als auch bei einer übermässigen Immunaktivität ausgleichend wirken können.
Durch diese regulierende Unterstützung kann das Immunsystem seine Abwehrfunktion effizienter wahrnehmen, wodurch die körpereigenen Selbstheilungskräfte gestärkt und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheitserregern gefördert werden. Gleichzeitig kann die ausgleichende Wirkung auch bei Erkrankungen hilfreich sein, die mit einer überschiessenden Immunreaktion einhergehen, wie beispielsweise Allergien oder Autoimmunerkrankungen. In solchen Fällen kann Reishi dazu beitragen, übermässige Immunreaktionen auf ein gesundes Mass zu regulieren.
Adenosin
Ein weiterer relevanter Inhaltsstoff des Reishi ist Adenosin – eine körpereigene Substanz, die an zahlreichen Regulationsprozessen im Nervensystem beteiligt ist. Adenosin wird mit entspannenden und ausgleichenden Effekten in Verbindung gebracht und kann die Aktivität des zentralen Nervensystems beeinflussen.
Deshalb wird Reishi zu den Adaptogenen gezählt – natürlichen Substanzen, die den Organismus dabei unterstützen können, sich besser an körperliche und psychische Belastungen anzupassen. In diesem Zusammenhang werden auch mögliche positive Effekte auf die Stressverarbeitung und die Schlafqualität diskutiert.
Adenosin wirkt zudem entspannend auf die glatte Muskulatur und kann die Erregungsübertragung zwischen Nerven und Muskelzellen dämpfen. Im asiatischen Raum wird Reishi deshalb traditionell häufig als Tee am Abend getrunken, um zur Entspannung beizutragen. Im Gegensatz zu klassischen Schlafmitteln entfaltet Reishi keine narkotisierende oder hypnotische Wirkung. Vielmehr wird seine beruhigende Wirkung auf eine sanfte Unterstützung der natürlichen Entspannungsprozesse des Körpers zurückgeführt.

Weitere Inhaltsstoffe
Ebenfalls erwähnenswert sind ausserdem die verschiedenen Nukleotide, Sterole, Aminosäuren, Alkaloide, Antioxidantien, Vitamine und Mineralstoffe (z.B. viel Eisen), welche im Reishi-Pilz enthalten sind. Bei einer so grossen Bandbreite an Wirk- und Inhaltsstoffen erscheint es mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Wirkung des Reishi nicht auf einzelne isolierte Wirkstoffe, sondern auf die Gesamtkomposition des Schöpfers des Pilzes zurückzuführen ist.
Indikationen
Die Inhaltsstoffe des Reishi bieten ein Arsenal an Wirkstoffen, sozusagen eine ganze Apotheke. Die Wirkungsweisen und Anwendungen von Reishi sind dementsprechend äusserst vielfältig und komplex:
- Unterstützung bei einem aus dem Gleichgewicht geratenen Immunsystem (häufige Infekte, Allergien, autoimmune Prozesse)
- Stressbelastungen und Erschöpfungszustände
- Schlafstörungen
- Lebererkrankungen (chronische Hepatitis, Leberinsuffizienz, Leberzirrhose)
- Chronische Atemwegserkrankungen (z.B. Bronchitis, Asthma)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Hypertonie, koronare Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen)
- Hautprobleme mit entzündlicher Komponente
- Entzündliche Prozesse im Bewegungsapparat (z. B. Arthritis)
- Fibromyalgie
Dosierung
Bei Kapselgrössen mit 400 mg Pilzpulver/Pilzextrakt (Dual-Extrakt) wird empfohlen, täglich zwei Kapseln (morgens und abends) mit genügend Flüssigkeit einzunehmen. Dauer der Einnahme: bis beschwerdefrei plus zwei Monate.
Geeignete Produkte
Eine 1:1-Kombination aus Reishi-Pulver und Dual-Extrakt sorgt für ein besonders breites Spektrum an Pilzinhaltsstoffen. Durch die doppelte Extraktion werden sowohl wasser- als auch fettlösliche Verbindungen gewonnen. Ergänzt durch Zink und L-Theanin aus Grüntee-Extrakt zur Unterstützung des Immunsystems sowie Sonnenblumen-Lecithin zur Förderung der Nährstoffaufnahme, wird die Rezeptur optimiert.
Studien
Antitumorale, antimikrobielle, antioxidative und weitere Wirkungen von Ganoderma Lucidum, eine Rezension: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29534044
Überzeugende biologisch aktive Inhaltsstoffe von Ganoderma lucidum: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30114634
Reishi zur unterstützenden Therapie bei Krebs (Systematische Übersichtsarbeiten): https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6353236
Reishi bei Höhenkrankheit: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31609024
Einsatz bei Frauen mit Fibromyalgie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26545669

Ich befasse mich seit einigen Jahren mit Heilpilzen. Mache jedes Jahr ein vierteljährliche Kur mit dem Chaga. Zur Zeit nehme ich Kapseln des Reishi aufgrund meiner Schuppenflechte. Bin immer offen für Neues in dieser Richtung.