Wirkstoffe bei Schlafstörungen

Immer mehr Leute klagen über Schlafstörungen. Die heutige Gesellschaft hat mit diversen (Umwelt-)Einflüssen, welche sich negativ auf den Schlaf auswirken können, zu kämpfen. Wer seinen Schlaf verbessern will, sollte in erster Linie Störfaktoren nach Möglichkeit vermeiden und gewisse Lebensgewohnheiten verändern. Zusätzlich kann man mit natürlichen Stoffen wie Ashwagandha, Tryptophan und hydrolysiertem Milcheiweiss den Schlaf unterstützen.

Negative Auswirkungen, welche zu Schlafstörungen führen können

  • Unregelmässige Schlafgewohnheiten
  • Unausgewogene Ernährung
  • Zu wenig Bewegung
  • Strahlenbelastung (Wifi, Strom etc.) in der Wohnung und speziell im Schlafzimmer
  • Hoher Konsum von Blaulicht durch Notebooks, Tablets und Mobiltelefone (speziell in der letzten Stunde vor dem Schlafengehen)
  • Am Abend dem Gehirn keine Möglichkeit zur Verarbeitung der Tagesgeschehnisse geben, z.B. durch den hohen Medienkonsum, welcher im Bett noch andauert

Wer seinen Schlaf verbessern will, ist in erster Linie angehalten, die erwähnten Störfaktoren nach Möglichkeit zu vermeiden bzw. seine Lebensgewohnheiten zu verändern – auch wenn dies am Anfang vielleicht nur ansatzweise gelingt. Jede Verbesserung zählt! Zusätzlich kann mit natürlichen Mitteln wie Ashwagandha, Tryptophan und hydrolysiertem Milcheiweiss (Milchhydrolysat mit dem Markennamen Lactium®) nachgeholfen werden.

Die Schlafbeeren-Wurzel (Ashwagandha) – Das Schlafmittel aus Indien

Aus der ayurvedischen Medizin ist die Schlafbeere bzw. deren Wurzel nicht wegzudenken. Sie wird in Indien Ashwagandha genannt und seit 3000 Jahren verwendet. Im Westen nennen wir die Pflanze indischer Ginseng oder verwenden den botanischen Namen Withania somnifera. Von Interesse sind vor allem die in der Wurzel enthaltenen Withanolide. Diese Wirkstoffe kommen auch in anderen Nachtschattengewächsen vor. Sie wirken angstlösend, sedierend bei niedriger Dosis und anregend bei hoher Dosis. Bei längerer Einnahme (mindestens 4 Wochen) senken sie den Cortisol-Spiegel und damit den Stress-Level und wirken regulierend auf den Tag-Nacht-Rhythmus. Als Wirkmechanismus wird vermutet, dass Stoffe aus Ashwagandha im Angstzentrum des Hirns die Rezeptoren besetzen. Die beruhigende Wirkung von Ashwagandha auf die Nerven ist wissenschaftlich mit fast 1000 Studien belegt. Isoliert extrahierte Withanolide allein haben keine schlaffördernde Wirkung, aber im Gesamtextrakt umso stärker.

Die Erfahrung zeigt, dass die anregende Wirkung ab ca. 30 mg Withanoliden wahrgenommen wird. Sehr sensitive Menschen können dies aber auch schon ab geringen Dosen von ca. 15 mg Withanoliden spüren. Wer entsprechend veranlagt ist, müsste Ashwagandha schon zum Nachtessen nehmen statt vor dem Einschlafen und auf keinen Fall mitten in der Nacht nachhelfen bei Durchschlafstörungen.

Schwangeren Frauen rate ich von der Einnahme ab, da es bei der ständigen Einnahme in hoher Dosis zu Frühgeburten kommen kann. Auch kann Ashwagandha die Wirkung von Alkohol verstärken. Schliesslich ist Ashwagandha-Pulver bekannt für Verunreinigungen durch Pestizide und Schwermetalle. Achte deshalb auf einen kontrollierten Extrakt.

Vgl. hierzu auch:

Das „Schlafhormon“ Melatonin und das „Glückshormon“ Serotonin

Unser Körper produziert die beiden Hormone Melatonin und Serotonin, unter anderem auch im Darm. Die beiden Stoffe sind verwandt: Sie haben in der essenziellen Aminosäure Tryptophan eine gemeinsame Vorstufe. Weiter kann Serotonin durch Biosynthese in Melatonin umgewandelt werden.

Melatonin ist das Schlafhormon. Serotonin ist ein Neurotransmitter, welcher einen grossen Einfluss auf die Stimmung hat (via Zentralnervensystem). Weiter kontrolliert Serotonin, wie viel Melatonin ausgeschüttet wird und reguliert so den Wach- und Schlafzustand. Das Hormon wird durch die Zirbeldrüse (Hypophyse) kontrolliert ausgeschüttet, wenn es dunkel wird. Die Zirbeldrüse kann durch Fluor oder überdosiertes Calcium verhärtet werden und in der Funktion eingeschränkt sein. In der dunklen Winterzeit bleibt der Melatonin-Spiegel ebenfalls erhöht, was Müdigkeit und Winterdepression zur Folge haben kann. Die Einnahme von synthetischem Melatonin ist in Fachkreisen sehr umstritten. Nach meiner Erfahrung verbessern Melatonin-Tabletten den Schlaf nur, wenn ein nachgewiesener Melatonin-Mangel besteht. Dieser kann mit einem einfachen Speicheltest nachgewiesen werden. Natürliches Melatonin, welches in Lebensmitteln wie Pistazien, Cranberrys, Pilzen etc. vorkommt, kann besser resorbiert werden.

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Tryptophan

Ich empfehle bei Schlafstörungen die Einnahme von hydrolysiertem Tryptophan, welches in dieser „vorverdauten“ Form von allen Menschen innert kürzester Zeit aufgenommen wird. OH-Tryptophan (Hydroxytryptophan) ist die direkte Vorstufe von Melatonin und Serotonin. Es ist deutlich effektiver als das normalerweise in der Natur vorkommende L-Tryptophan.

Vgl. hierzu zum Beispiel:

Beruhigende Muttermilch – Milchhydrolysat

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass in der Muttermilch Stoffe enthalten sind, welche beruhigend auf den Säugling wirken. Wissenschaftler konnten diese Stoffe isolieren und die Wirksamkeit mittels Studien bestätigen. Wir sprechen hier von speziell hydrolysierten Milcheiweissen, genauer gesagt von einem Peptid namens α-Casein. In einem speziellen Verfahren wird dieses natürlich hergestellt. Der Effekt davon ist vergleichbar mit dem Medikament Diazepam, welches als Therapeutikum gegen Angstzustände und Schlafstörungen eingesetzt wird. Hydrolysiertes Milcheiweiss ist auch für Milchallergiker unproblematisch, da die aufgespaltene Form für alle Menschen verträglich ist. Für eine gute, beruhigende Wirkung bei erwachsenen Personen wird zwischen 150 bis 300 mg benötigt.

Vgl. hierzu zum Beispiel:

Geeignete Produkte

Empfohlen ist ein Produkt, welches alle beschriebenen Inhaltstoffe (Ashwagandha, L-Tryptophan, Milchhydrolysat: Lactium®) enthält. Durch die Zugabe von Biotin wird ein natürliches schlafförderndes Mittel optimal abgerundet. Biotin ist indirekt wichtig für den Schlaf, da es den Energiestoffwechsel und das Nervensystem unterstützt.

Dosierungsempfehlung

1-2 Kapseln täglich zum Nachtessen einnehmen. Die Therapie mit einer Kapsel starten. Nicht während der Schwangerschaft einnehmen.

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    Porträt von Dr. med. Heinz Lüscher

    Dr. med. Heinz Lüscher

    Dr. med. Heinz Lüscher ist Orthomolekularmediziner, Vitalstoffexperte und leitender Arzt der Praxis Wise Medicine AG. Er ist begeistert von den Möglichkeiten, welche eine natürliche, nachhaltige und am Menschen orientierte Medizin bietet und will das Beste aus Schul- und Komplementärmedizin kombinieren. Mehr zum Autor

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