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Magensäureblocker: alles andere als harmlos

Sie werden massenhaft verschrieben, man nimmt sie oft dauerhaft, sie galten lange als völlig harmlos, doch dieser Ruf kommt jetzt ins Wanken: die Rede ist von Magensäure- oder Protonenpumpenblockern, welche von Patienten mit Sodbrennen oder Reflux eingenommen werden. Zwischen 2000 und 2008 erhöhte sich der Konsum dieser Medikamente zum Beispiel im Kanton Genf um rund 500%. Sie werden zu oft, zu lange, zu oft unnötigerweise und manchmal bereits Kindern verschrieben. Und dies obwohl die Säureblocker bei rund einem Drittel der Patienten ohne jede Wirkung bleiben. Bei einem Reizmagen helfen sie nur in 10 bis 15 Prozent der Fälle und bei einem Reizdarm überhaupt nicht. Trotzdem wird in solchen Fällen oft einfach die Dosis hochgeschraubt.

Niereninsuffizienz und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Die Protonenpumpenblocker binden an bestimmte Zellen des Magens und hemmen so die Magensäure-Produktion. Weil sie sehr selektiv wirken, galten sie lange als sehr sicher. Doch nun zeigt eine Studie, dass sie bei jahrelanger Einnahme die Nieren schädigen und zu einer chronischen Niereninsuffizienz führen können. Bei einer Langzeittherapie mit Säureblockern kann der Körper die Vitalstoffe Magnesium, Kalzium und Vitamin B12 schlechter aus der Nahrung aufnehmen. Damit erhöht sich das Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche. Das Vitamin B12 fehlt bei wichtigen Stoffwechselprozessen. Im nun weniger sauren Magen können gefährliche Bakterien besser überleben und schwerwiegende Magen-Darm-Infektionen auslösen. Schliesslich können Nahrungsmittelunverträglichkeiten entstehen, weil die Nahrung teilweise unverdaut in den Darm gelangt.

Cayenne als Alternative

Sodbrennen und ein starker Rückfluss von säurehaltigem Mageninhalt in die Speiseröhre (saures Aufstossen, Reflux) sind schmerzhaft und unangenehm. Betroffene schlafen schlecht und sind in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Nichts dagegen tun, ist also keine Option. Glücklicherweise hält die Natur sanftere und nebenwirkungsfreiere Möglichkeiten bereit, um den Magen zu schützen, z.B. Cayenne-Pfeffer. Statt die Säureproduktion zu blockieren, kurbelt das scharfe Cayenne die Produktion der schützenden Schleimschicht auf der Magenschleimhaut an. So hat man beides: einen sauren Magen, wie er zur Verdauung und zur Abwehr unerwünschter Bakterien notwendig ist und eine von mehr Schleim geschützte  Magenschleimhaut. Der Magen wird ruhiger, verkrampft sich weniger, ist vor übermässiger Säure geschützt und lässt die Speiseröhre in Ruhe.

Langsam umstellen

Wichtig ist, die Säureblocker nicht sofort abzusetzen, sondern langsam auszuschleichen. Sonst wird wegen einem Feedback-Mechanismus die Säure-Produktion des Magens plötzlich übermässig gesteigert. Dieser Rebound-Effekt tritt bereits nach achtwöchiger Einnahme auf. Umgekehrt kann man auch die Dosis des Cayenne-Pfeffers langsam steigern und z.B. zuerst nur eine Kapsel zusammen mit dem Essen einnehmen und so gewissermassen verdünnen. Bei guter Verträglichkeit kann man auf zwei Kapseln hochgehen und diese jeweils nach dem Essen einnehmen. Statt Kapseln einzunehmen, kann man auch seine Mahlzeiten sehr kräftig mit Cayenne-Pfeffer würzen, das ist jedoch nicht jedermanns Sache.

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