Kollagen
Kollagen
Kollagen ist das häufigste Strukturprotein im menschlichen Körper und sorgt für Festigkeit und Stabilität von Haut, Bindegewebe, Knorpeln und Sehnen. Mit zunehmendem Alter sinkt die körpereigene Produktion – sicht- und spürbar an Falten, schwachem Gewebe oder Gelenkbeschwerden. Warum Kollagen so wichtig ist, wie der Körper es bildet und wie eine gezielte Ernährung oder Ergänzung helfen kann, erfährst du in diesem Beitrag.
Kollagen – Strukturprotein mit zentraler Bedeutung
Kollagen ist das häufigste Protein im menschlichen Körper: Es macht etwa ein Drittel der gesamten Proteinmasse und rund drei Viertel des Trockengewichts der Haut aus. Bekannt sind mindestens 28 Kollagenarten. Als typisches Strukturprotein kommt es ausschliesslich bei vielzelligen Tieren und beim Menschen vor und ist entscheidend für Stabilität und Elastizität von Geweben. Der Name leitet sich vom griechischen kolla (Leim) ab. Kollagen findet sich unter anderem in Sehnen, Bändern, Knochen, Knorpeln sowie in der Unterhaut. Seine Fasern sind kaum dehnbar, dabei enorm zugfest – dank ihrer charakteristischen dreifachen Helixstruktur (Tripelhelix), die aus drei spiralförmig gewundenen Polypeptidketten besteht.
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Kollagenbildung im Körper
Der Körper stellt Kollagen selbst her – vorausgesetzt, ihm stehen die nötigen Bausteine zur Verfügung. Entscheidend sind die Aminosäuren Glycin, Prolin und Hydroxyprolin. Insbesondere Glycin ist in der heutigen Ernährung oft Mangelware. Wichtig für die Kollagensynthese sind außerdem Vitamin C, A, Zink und Kupfer. Mit zunehmendem Alter sinkt die Kollagenproduktion – sichtbar an Falten, aber auch spürbar in Form von Gelenkschmerzen oder schwächerem Bindegewebe. Ab etwa 60 Jahren kann der Kollagengehalt um bis zu 50 % reduziert sein.

Wo ist Kollagen enthalten?
Kollagen ist nur in tierischen Produkten enthalten, vor allem in zähen Gewebestrukturen – Bestandteile, die heute meist aussortiert werden. Früher waren sie hingegen fester Bestandteil der Ernährung. So war es auch bei uns üblich, nahezu alle Teile von Tieren zu essen – darunter Sehnen, Bänder, Haut, Organe, ja, sogar Füsse, Schwänze und Ohren. Eine gute Kollagen-Quelle ist auch heute noch eine Knochenbrühe, die jedoch über viele Stunden gekocht werden muss, um das Kollagen freizusetzen. Pflanzliches Kollagen existiert nicht. Wer vegan lebt, sollte daher besonders auf die Zufuhr kollagenbildender Nährstoffe achten.
Wie ist Kollagen aufgebaut?
Gebildet wird Kollagen von Fibroblasten – spezialisierten Zellen des Bindegewebes. Sie bauen die extrazelluläre Matrix auf, den Raum zwischen den Zellen, in dem Kollagenfasern das Gewebe wie ein Gerüst stabilisieren. Alle Kollagentypen weisen die charakteristische Tripelhelix auf – drei spiralförmig gewundene Aminosäureketten mit bis zu 3000 Bausteinen. Die Tripelhelix besteht überwiegend aus den Aminosäuren Glycin, Prolin und Hydroxyprolin. Wasserstoffbrücken zwischen den Aminosäuren sorgen für zusätzliche Stabilität, was Kollagen besonders druckfest macht – etwa in Knorpelgewebe. Glycin – die kleinste Aminosäure – spielt eine Schlüsselrolle, da sie ideal in die engen Helix-Zwischenräume passt. Zwar kann der Körper Glycin selbst bilden, doch reicht die Menge im Alter oft nicht aus.
Bindegewebe und Kollagen: Das Gerüst unseres Körpers
Kollagen ist hauptsächlich im Bindegewebe zu finden, genauer gesagt in der extrazellulären Matrix. Bindegewebe ist ein Sammelbegriff für verschiedene Gewebearten im Körper; es enthält vergleichsweise wenige Zellen, ist dafür reich an Zwischenzellsubstanz und erfüllt stützende, verbindende sowie trennende Funktionen. Kollagen ist dabei das mengenmässig wichtigste Strukturprotein und entscheidend für die Festigkeit und Belastbarkeit des Gewebes. Zu den bindegewebigen Strukturen zählen unter anderem Sehnen, Bänder und Faszien. Sehnen und Bänder bestehen überwiegend aus straffem, kollagenreichem Bindegewebe und übertragen hohe Zugkräfte.
Faszien sind eine spezialisierte Form des straffen Bindegewebes und umhüllen sowie verbinden Muskeln und Organe. Auch Knochen gehören zum sogenannten Binde- und Stützgewebe: Kollagen bildet hier das organische Grundgerüst, das durch Mineralstoffe zusätzlich verhärtet wird. Muskeln selbst zählen nicht zum Bindegewebe, enthalten jedoch kollagene Bindegewebsanteile, die für Struktur, Stabilität und die Kraftübertragung auf Sehnen und Knochen unerlässlich sind. Die zugfesten, kaum dehnbaren kollagenen Fasern liegen in Bündeln vor und haben typischerweise einen Durchmesser von etwa 1 bis 10, selten bis zu 20 Mikrometern.
Wichtige Kollagentypen
In den Bindegeweben findet sich eine Vielzahl verschiedener Kollagentypen; die wichtigsten sind die Kollagentypen I bis IV:
- Typ I: Haut, Sehnen, Knochen, Dentin (Zahnbein), Faszien, Organe, Blutgefässe
- Typ II: Knorpel, Gelenke, Glaskörper des Auges
- Typ III: Organe (z.B. Gebärmutter), Haut, Skelettmuskulatur, Blutgefässe
- Typ IV: Basalmembranen (Grenzschichten zwischen Geweben)

Indikationen für Kollagen als Nahrungsergänzung
Haut, Haare und Nägel:
Reduzierung von Hautalterung und Faltenbildung, Förderung der Hautelastizität und Feuchtigkeit, verbesserte Hautbarriere, Wundheilung und Narbenbildung. Verbessert die Haargesundheit, verringert Haarbruch und, stärkt Nägel, wirkt brüchigen Nägeln entgegen.
Knochen:
Verbesserung der Knochendichte; wichtig bei Osteoporose, in den Wechseljahren und in der Postmenopause.
Gelenke (Knorpel):
Besonders Typ II Kollagen kann helfen, Gelenkschmerzen zu reduzieren (z. B. bei Arthrose, Arthritis oder in den Wechseljahren).
Muskeln, Faszien, Sehnen und Bänder:
Bei (Sport-)Verletzungen an Muskeln, Faszien, Sehnen oder Bändern spielt Kollagen eine wichtige Rolle bei der Reparatur des Gewebes. Es spielt auch eine Schlüsselrolle in der funktionellen Verbindung zwischen Muskeln, Faszien, Sehnen und Gelenken. Eine ausreichende Kollagenproduktion ist wichtig für die Bewegungsqualität und Leistungsfähigkeit.
Darmgesundheit:
Stärkung der Darmschleimhaut und Unterstützung des Mikrobioms, Verbesserung der Verdauung (durch erhöhte Magensäureproduktion), Reduktion von Entzündungen (Prolin und Glycin wirken entzündungshemmend).
Kollagenosen:
Z.B. bei systemischem Lupus erythematodes oder systemischer Sklerose.
Fazit
Kollagen wird oft als “Beauty Geheimnis” bezeichnet, da es ein wichtiger Baustein der Hautstruktur ist und für Spannkraft, Elastizität und eine jugendliche Ausstrahlung sorgt. Kollagen bietet aber viel mehr und kann deshalb Sportler/- innen, Menschen mit entzündlichen Darmerkrankungen, bei Gelenkbeschwerden, schwangeren und stillenden Frauen, Frauen in und nach den Wechseljahren und generell Menschen ab dem 40. Lebensjahr empfohlen werden.

Geeignete Produkte
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Hyaluronsäure
Hyaluronsäure kann grosse Mengen Wasser binden, wodurch sie eine feuchtigkeitsspendende Wirkung auf die Haut hat. Sie trägt zur Elastizität des Bindegewebes bei, was sich positiv auf die Hautstruktur auswirkt. In den Gelenken dient Hyaluronsäure als Schmiermittel und dämpft somit Stösse. Weiter kann Hyaluronsäure die Regeneration von Gewebe unterstützen.
Elastin
Elastin ist wie Kollagen ein wichtiges Strukturprotein, aber im Gegensatz dazu viel elastischer. Kollagen bildet in den Geweben das stützende Gerüst, während Elastin die Dehnbarkeit ermöglicht, so ergänzen sich die zwei.
Silizium (aus Bambusextrakt)
Bambus ist eine natürliche Quelle für Silicium. Dieses spielt eine zentrale Rolle für die Gesundheit von Haut, Haaren und Nägeln und auch für Knorpelgewebe und das Bindegewebe ist es essenziell. Als strukturbildendes Spurenelement unterstützt es die Bildung von Kollagen- und Elastinfasern. Darüber hinaus trägt es dazu bei, die Feuchtigkeitsbindung in Geweben zu verbessern und deren Elastizität und Widerstandsfähigkeit zu steigern. Auch im Knochenstoffwechsel ist Silicium von Bedeutung. Es beeinflusst die Aktivität der Osteoblasten, der knochenbildenden Zellen.
Hirse-Extrakt
Auch Hirse gehört zu den pflanzlichen Quellen mit hohem Gehalt an organisch gebundenem Silicium (Kieselsäure). Es enthält weitere bioaktive Substanzen, die indirekt die Bildung oder den Erhalt von Kollagen fördern können. Weiter sind Antioxidantien und Polyphenole enthalten, welche das Kollagen vor oxidativem Stress schützen.
Zink (hoch bioverfügbares Zinkgluconat)
Zink spielt eine wichtige Rolle bei der Kollagenbildung und der allgemeinen Gewebegesundheit, z.B. von Haut, Haaren und Nägeln.
Kupfer (Kupfergluconat)
Kupfer ist an der Bildung von Kollagen sowie Elastin beteiligt, es unterstützt die Quervernetzung von Kollagen- und Elastinfasern in der Haut und fördert die Bildung eines straffen Bindegewebes.
Bierhefe
Bierhefe ist ideal als Begleiter zu Kollagenpräparaten – sie verbessert die Aufnahme und Verarbeitung der Nährstoffe, die der Körper für den Aufbau und Erhalt von Kollagen braucht. Bierhefe ist besonders reich an B-Vitaminen, Aminosäuren und Mineralstoffen.
Dosierung
Täglich einen Messlöffel (10 Gramm) des Kollagen-Pulvers in ein beliebiges Getränk einrühren und einnehmen.
Studien
Haut und Anti-Aging
- Meta-Analyse : Stark erhöhte Hautfeuchtigkeit und Elastizität: researchgate.net
- Verbesserte Hautelastizität, positive Wirkung auf Gelenke und allgemeines Wohlbefinden: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30122200/
Gelenkschmerzen bei Belastung
- Reduktion der aktivitätsbedingten Knieschmerzen: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33562729/
- Signifikant weniger Gelenkschmerzen bei Belastung: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8521576/
Arthrose (Knie)
- Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie: Kollagenhydrolysat zur Schmerzlinderung und Verbesserung der Funktionalität bei Kniearthrose: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19212858/
Wechseljahre und Postmenopause
- Langzeit‑Studie über 4 Jahre: signifikante Zunahme der Knochendichte in Wirbelsäule und Oberschenkelhals: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8441532/
- Kombination aus Kollagenpeptiden, Calcium und Vitamin D erhöhte Knochendichte am Wadenbein signifikant: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34980546/
Darm (Leaky Gut)
- Kollagenpeptide stärken die Tight Junctions: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28174772/

was für Kollagen soll ich nehmen?
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