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Zuckerkonsum mit gekauften Studien verharmlost

Zuckerkonsum mit gekauften Studien verharmlost

Das ist starker Tabak: Die US-Zuckerindustrie hat in den 60er-Jahren die Konsumenten kräftig getäuscht und mit Methoden hinters Licht geführt, die jenen der Tabakindustrie gleichen. Sie hat offenbar Wissenschaftler dafür bezahlt, dass diese Zucker in einer Übersichtsarbeit in ein gutes Licht rücken und Fett als alleinigen Schuldigen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen anprangern. Diese gezielte Irreführung hat Auswirkungen bis heute: So hält sich die These hartnäckig und wider besseres Wissen, wonach ein erhöhter Cholesterinspiegel zu Arterienverkalkung führe und damit Herzinfarkte begünstige (siehe Blog-Beitrag „Die Cholesterin-Lüge).

Zuckerindustrie bezahlte Wissenschaftler

1957 vermutete der britische Ernährungswissenschafter John Yudkin, dass gesättigte Fette zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen könnten, hielt aber fest, dass weitere Faktoren wie Zucker „zumindest gleich wichtig“ seien. Diese Einschränkung bestätigte sich in weiteren Studien. Eine kam 1965 zum Schluss, dass die Blutzuckerwerte eine bessere Vorhersage von Arterienverkalkung ermöglichen als die Cholesterinwerte. Aufgeschreckt von entsprechenden Medienberichten entschied sich die Zuckerindustrie zum Handeln. Wie der US-Professor Stanton Glantz soeben gezeigt hat, beauftragte sie zwei Forscher mit einer Übersichtsstudie zum Stoffwechsel von Zucker und Fetten und entlöhnte sie fürstlich. Die beiden Wissenschafter zeigten sich erkenntlich und hielten in besagter Studie fest, es gebe „keinen Zweifel“ daran, dass die einzige Möglichkeit, durch Nahrungsumstellung Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verhindern, darin liege, das Cholesterin zu reduzieren. Kein Wort von der möglichen Rolle des Zuckers.

Weniger Zucker, weniger Medikamente

Bis heute wurde kein biologischer Mechanismus gefunden, wonach ein erhöhter Cholesterinspiegel zur gefürchteten Verkalkung der Blutgefässe führen würde. In einer grossen Studie mit insgesamt 68 094 Personen über 60 Jahren war ein hoher LDL-Cholesterin-Spiegel nicht etwa mit einer höheren, sondern mit einer tieferen Sterblichkeit verbunden. Dieses Resultat steht in frappantem Widerspruch zur gängigen Cholesterin-Hypothese, wonach Cholesterin generell und insbesondere das LDL-Cholesterin zu Arterienverkalkung und gesundheitlichen Problemen führe. Doch das Interesse an Aufklärung ist begrenzt: schliesslich macht die Pharmaindustrie mit Cholesterinsenkern Milliardenumsätze. Auf diese Medikamente zu verzichten und gleichzeitig weniger Zucker zu konsumieren, scheint da keine Option. Der wahre Grund, warum Menschen Arteriosklerose bekommen, ist nicht klar und muss weiter erforscht werden. Der hohe Zuckerkonsum spielt aber mit Sicherheit eine Rolle.

 

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