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    Coenzym Q10

    Dr. med. Heinz Lüscher

     

    Q10 kennen viele aus der Werbung für Anti-Aging Pflegeprodukte. Doch es wäre schade, Q10 auf seine Wirkung auf die Haut zu beschränken. Q10 wird grundsätzlich von jeder Zelle unseres Körpers benötigt, um die Energieversorgung sicherzustellen. Und es kann noch mehr!

    Was ist Coenzym Q10?

    Das Coenzym Q10, auch Q10, Ubichinon-10 oder UQ genannt, ist ein fettlösliches Molekül, das in seiner Struktur dem Vitamin K und dem Vitamin E ähnelt. Den meisten ist Q10 aus der Werbung für Anti-Aging Produkte bekannt, darum denken viele, es handle sich nur um ein Schönheitsprodukt. Doch es kann bedeutend mehr, als für eine straffe Haut zu sorgen, was ja auch schon einmal nicht schlecht ist.


    Zell-Energie

    Ubichinon ist ein sehr wichtiges körpereigenes Coenzym, das in jeder Körperzelle vorkommt (ubiquitär = überall) und einen entscheidenden Einfluss auf die Bildung der universellen Körperenergie ATP (Adenosin-Tri-Phosphat) hat. Q10 ist einer der entscheidenden Nährstoffe für die Energiegewinnung in den winzigen, aber kraftvollen Mitochondrien. Das sind die Kraftwerke, die in jeder einzelnen all unserer Körperzellen für uns arbeiten. In den Mitochondrien wird die Energie, die wir über Kohlenhydrate, Fette oder Proteine zu uns nehmen, zusammen mit Sauerstoff und der Kraft des Wassers in ATP umgewandelt. Dieser Prozess, an dem noch viele andere Enzyme und Vitalstoffe beteiligt sind, wird auch Atmungskette genannt. Das Coenzym Q10 stellt eine wichtige Rolle im letzten Schritt der Atmungskette dar. Am meisten Q10 benötigen Organe mit hohem Energieverbrauch wie Hirn, Herz, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse und beim Sport die Muskulatur. Q10 wird aber grundsätzlich von jeder Zelle unseres Körpers dringend benötigt, um die Energieversorgung sicherzustellen.
    Doch es kann noch mehr!

    Hauptwirkungen von Q10

    • Fördert die Bildung der Zell-Energie ATP
    • Wirkt antioxidativ
    • Stabilisiert die Zellwände
    • Stabilisiert die Wände der Mitochondrien
    • Stärkt das Immunsystem
    • Schützt die Nervenzellen (neuroprotektiv)
    • Schützt die Herzmuskelzellen (kardioprotektiv)

    Q10-Mangel

    Schon bei einem Q10 Mangel von 25% entstehen Schäden an den Mitochondrien, den winzigen Zellorganellen, welche ATP bilden, was zu einem spürbaren Energieverlust führen kann. Im Laufe des Lebens nimmt die körpereigene Produktion laufend ab. Mit einem zunehmenden Mangel an Q10 steigt auch das Risiko von Erkrankungen. Ein Beispiel ist Demenz: Jede Hirnzelle hat hunderte bis tausende Mitochondrien, die auf Q10 angewiesen sind! Je tiefer der Q10-Spiegel, desto grösser das Risiko für eine Demenz. Q10 hemmt zudem auch Entzündungen und fängt freie Radikale ab (antioxidativ), was zusätzlich wichtig ist in der Vorbeugung von Demenz.

    Quellen von Coenzym Q10

    Q10 ist das einzige fettlösliche Antioxidans, das von unserem Körper selbst hergestellt werden kann. Diese Menge ist jedoch zu gering, darum müssen wir Q10 durch unsere Nahrung ergänzen. Es gibt jedoch kein Nahrungsmittel, das besonders viel Q10 enthalten würde, eine ausgewogene Ernährung ist folglich entscheidend. Am meisten Q10 findet sich im Fleisch von Organen (z.B. Leber), in öligem Fisch (z. B. Sardinen), Nüssen (z. B. Pistazien), Hülsenfrüchten, Sesamsamen, Sonnenblumenkernen, Pflanzenölen, Kohl, Zwiebeln, Kartoffeln, Jungspinat, Rosenkohl und Brokkoli. Durch Kochen kann das Coenzym jedoch zerstört werden. Eine schonende Zubereitung ist deshalb wichtig.

    Wann ist eine Supplementation mit Q10 angezeigt?

    Eine Ergänzung kann vorbeugend ab dem 50. Lebensjahr durchaus empfohlen werden, speziell wenn bereits Probleme mit verminderter Energie spürbar sind oder Medikamente eingenommen werden, welche als Nebenwirkung den Q10-Spiegel senken. Niemand macht übrigens einen Fehler, gut mit Q10 versorgt zu sein. Die positiven Effekte z.B. auf Hirn- und Herzfunktion und Lebenserwartung sind zweifelsfrei belegt. Wenn man Q10 als Nahrungsergänzung einnimmt, ist die Bioverfügbarkeit am höchsten, wenn man gleichzeitig Fette konsumiert.

    Q10 Räuber - Medikamente

    Die cholesterinsenkenden Statine (CSE-Hemmer) und Betablocker senken als Nebenwirkung den Q10-Spiegel beträchtlich, bei Statinen kann es über 50% betragen. Auch trizyklische Antidepressiva senken den Q10-Spiegel. Wer Statine einnehmen muss wegen zu hohem Cholesterin (Achtung: ein Wert unter 7,0 mmol/l ist normal und muss nicht behandelt werden, ein Cholesterinspiegel unter 5,0 mmol/l ist sogar gefährlicher als ein zu hoher!), sollte unbedingt Q10 supplementieren.

    Gibt es Nebenwirkungen von Coenzym Q10?

    Q10 hat in therapeutischen Dosen bis 2400 mg/Tag keine Nebenwirkungen! Bei noch höheren Dosen, was aber therapeutisch keinen Sinn macht, kann Durchfall und Übelkeit vorkommen.

    Was ist der Unterschied zwischen Ubichinon und Ubichinol?

    Ubichinol ist die reduzierte Form von Ubichinon (eine Reduktion ist eine chemische Reaktion, bei der Elektronen von einem Molekül auf ein anderes übergehen). Es handelt sich bei Ubichonol und Ubichinon um 2 Zustände einer identischen Substanz.

    Dosierung

    Die Dosierung hängt natürlich von der Krankheit und dem jeweiligen Schweregrad ab, sie beträgt zwischen 100 und 500 mg täglich. Die Kapseln werden über den Tag verteilt jeweils vor dem Essen eingenommen. Zum prophylaktischen Auffüllen des Q10-Spiegels reicht eine niedrigere Dosis und empfiehlt sich für 3-6 Monate.

    Empfehlungen

    Flüssiges Q10 in Weichgelkapseln wird im Darm am besten resorbiert. Bevorzugt werden sollten unbedingt natürliche Produkte und nicht synthetisch hergestellte. Das mit einem patentierten Verfahren auf Lipidbasis hergestellte Q10 Vida, wird im Darm sehr gut resorbiert und der Plasmaspiegel ist während 24 Stunden deutlich höher als bei anderen Produkten. Deshalb empfehle ich gerne dieses Produkt.

    Hier die Studie dazu:

    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19284181

    Bei folgenden Krankheiten oder Situationen kann Coenzym Q10 eine vorbeugende oder heilende Wirkung haben:

    Chronische Müdigkeit/Abgeschlagenheit

    • Konzentrationsprobleme
    • Burnout
    • Depression
    • Demenz/Alzheimer
    • Parkinson
    • Häufige Infekte
    • Adipositas
    • ALS
    • Behandlung mit Statinen oder Betablockern
    • Alter über 50
    • Brustkrebs unter Tamoxifen-Behandlung
    • Diabetes
    • Chronische Entzündungen (z.B. Arthritis)
    • Fertilitätsstörungen
    • Fibromyalgie
    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    • Migräne
    • Multiple Sklerose
    • Niereninsuffizienz
    • Parodontose

    Weitere klinische Studien

    Über Q10 sind auf pubmed.org über 5000 Studien veröffentlicht.

    Die wichtigsten davon:

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