Chronische Rückenschmerzen rauben Kraft, belasten die Seele und machen den Alltag oft zur Qual. Viele Betroffene fühlen sich mit ihren Beschwerden nicht verstanden und von gängigen Therapien im Stich gelassen, während die Schmerzen über Jahre anhalten. Oft greifen mehrere, verborgene Ursachen ineinander. Wirkliche Linderung bringt meist nur ein ganzheitlicher Blick – für mehr Leichtigkeit, Wohlbefinden und Lebensqualität. In diesem ersten Teil geht es um die Ernährung, Nahrungsergänzung sowie schmerzlindernde Vitalstoffe.
Häufiges Leiden
Rückenschmerzen sind weit verbreitet: Rund 80 % der Menschen leiden mindestens einmal im Leben darunter, meist im unteren Rücken, wo die Belastung am höchsten ist. Oft klingen die Beschwerden nach kurzer Zeit wieder ab. Halten sie länger als 12 Wochen an, spricht man von chronischen Rückenschmerzen. Die meisten Rückenschmerzen (85–90 %) sind unspezifisch – das heisst, es gibt keine eindeutige organische Ursache. Nur bei etwa 10–15 % lässt sich eine klare körperliche Ursache finden (spezifische Rückenschmerzen).
Beispiele spezifischer Rückenschmerzen
Bandscheibenvorfall oder Vorwölbung – Der gallertige, innere Teil der Bandscheibe wölbt sich vor oder tritt nach aussen und drückt auf Nervenwurzeln: Akute, stechende Schmerzen, oft mit Ausstrahlung in Beine oder Arme, evtl. Taubheit oder Lähmung.
Spinalkanalstenose – Verengung des Wirbelkanals: Rückenschmerzen beim Gehen oder Stehen, Besserung im Sitzen oder nach vorne Beugen.
Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) – Chronisch-entzündliche, rheumatische Erkrankung der Wirbelsäule: Tiefsitzende Rückenschmerzen, besonders nachts oder morgens, Besserung durch Bewegung.
Wirbelgelenksarthrose (Spondylarthrose) – Verschleiss der kleinen Wirbelgelenke: Dumpfer, belastungsabhängiger Schmerz, oft mit Steifigkeit und Bewegungseinschränkung.
Osteoporose – Knochen verlieren an Dichte und Stabilität, werden anfällig für Frakturen, besonders betroffen sind ältere Menschen und Frauen in der Postmenopause. Bruch eines Wirbels: Akute, plötzlich auftretende starke Schmerzen, besonders bei Bewegung oder Belastung.
Übliche Behandlungsansätze oft zu wenig wirksam
Chronische Rückenschmerzen, seien es spezifische oder unspezifische, können die Lebensqualität massiv einschränken, sie sind zermürbend und belastend. Oft werden Schmerzmedikamente und Physiotherapie verordnet. Nicht selten greifen diese Massnahmen jedoch zu wenig tief. Bei einer regelmässigen Medikamenteneinnahme muss mit Nebenwirkungen gerechnet werden und häufig gehen auch die Schmerzen nicht ganz weg. Physiotherapie kann auf jeden Fall gute Anstösse geben, doch sind die Massnahmen meist sehr «lokal» auf die Rücken- (und Bauchmuskulatur) ausgerichtet.
Viele Therapien konzentrieren sich nur auf den schmerzenden Rücken. Doch unser Körper ist ein Gesamtsystem – wenn man nur den Rücken behandelt, übersieht man meist die wahren Ursachen. Das Ergebnis ist, dass es zwar kurzfristig besser wird, langfristig jedoch keine Veränderung stattfindet.

Ganzheitlicher Ansatz
Rückenschmerzen können Ursachen haben, an die man nicht auf Anhieb denkt, z.B. in einer Fehlhaltung der Füsse, des Beckens oder gar des Kiefers, in schlechtem Schlaf, falscher Ernährung, Darmproblemen, Hormon-Dysbalancen oder psychischen Belastungen und Stress. Oft greifen verschiedene Probleme ineinander, was die Behandlung nicht gerade einfach macht. Das Ziel sollte sein, weit über die Behandlung offensichtlicher Symptome hinauszugehen, die tieferen Ursachen der Schmerzen zu finden und zu behandeln, um ein harmonisches Zusammenspiel aller Körperanteile und der Psyche zu fördern. Die Wiedererlangung von Stabilität und Gesundheit des Rückens hängt von einem fein abgestimmten Zusammenspiel ab – Bewegung, Ernährung, seelisches Wohlbefinden und die richtige Unterstützung durch natürliche Heilmittel.
Es gibt eine Vielzahl an Auslösern, die folgende Zusammenfassung kann unmöglich einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, zeigt aber bestimmt einige Ursachen von Rückenschmerzen auf, von denen dir dein Arzt / deine Ärztin noch nie erzählt hat.
Rücken und Ernährung – untrennbare Verbindung
Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit, auch die des Rückens. Die Wirbelsäule und die umliegende Muskulatur, dieses Wunderwerk an Stabilität und Beweglichkeit, benötigt eine ausgewogene Zufuhr diverser Nährstoffe, um ihre Funktion zu erhalten. Eine gesunde Knochenstruktur und kräftige Muskeln, die sich aber auch entspannen können, sind essenziell, um Rückenproblemen entgegenzuwirken.
Eine nährstoffreiche Ernährung und die gezielte Einnahme von hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) ist zielführend, um Rückenschmerzen den Kampf anzusagen. Die Rede ist vor allem von Struktur aufbauenden und entzündungshemmenden Stoffen. Nun gibt es immer wieder die Diskussion, ob denn NEM wirklich notwendig seien. In der heutigen Nahrung sind leider immer weniger Nährstoffe zu finden, während ein schmerzgeplagter, gestresster Körper aber mehr davon benötigt. Die Ergänzung mit hochwertigen Produkten ist dementsprechend sehr zu empfehlen.
Die wichtigsten Mikronährstoffe und ihre Funktion in Bezug auf Rückenschmerzen
- Protein
Wichtig für Muskelerhalt und -aufbau, Regeneration und Reparatur.
Aminosäuren (hydrolysierte)
- Aminosäuren, die Bausteine der Proteine, fördern die Regeneration und Reparatur von Muskeln, Sehnen und anderer Strukturen wie z.B. Bandscheiben und wirken schmerzlindernd (Eine Studie hat ergeben, dass das Produkt «Amino Vida» das Schmerzempfinden in 8 Wochen um 18,4% senken kann, ab Seite 45).
- Kollagen (hydrolysiertes)
Kollagen ist ein wichtiges Strukturprotein für Bandscheiben, Knorpel, Sehnen, Bänder, Bindegewebe, Muskeln, z.B. auch für den Beckenboden.
- Magnesium
Magnesium wirkt muskelentspannend, krampflösend, entzündungshemmend, hat eine wichtige Wirkung auf das Nervensystem, insbesondere im Zusammenhang mit Schmerzverarbeitung, Muskel-Nerven-Kommunikation und Stressreaktionen.
- Vitamin D3
Vitamin D3 ist wichtig für die Knochengesundheit, kann Muskelschmerzen lindern und wirkt entzündungshemmend. Bei Dosierungen ab 4000 IE Vitamin D, gleichzeitig 200µg Vitamin K2 einnehmen.
- Calcium
Calcium unterstützt die Knochen- und Muskelfunktion. - Vitamin B12
Vitamin B12 ist wichtig für die Nervenfunktion und kann Nervenschmerzen lindern. - Vitamin B6
Unterstützt Nerven- und Muskelfunktion. - Omega-3-Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend, mindern oxidativen Stress (oxidativer Stress fördert sowohl Alterungsprozesse im Gewebe als auch die Schmerz-Chronifizierung), verbessern die Stimmung und können so indirekt die Schmerzverarbeitung positiv beeinflussen. - Zink
Zink fördert die Entzündungshemmung sowie die Wundheilung und Gewebsreparatur (z.B. die Regeneration von Knorpel- und Bindegewebe), hat eine antioxidative Wirkung. - Selen
Selen reduziert oxidativen Stress in Geweben, ist entzündungshemmend, unterstützt die Regeneration von Gewebe, besonders bei chronisch-entzündlichen Rückenschmerzen und Autoimmunerkrankungen zu empfehlen.
Natürliche Wirkstoffe gegen Schmerzen
- Kurkuma (Hauptwirkstoff Curcumin) mit schwarzem Pfeffer
Kurkuma wirkt stark entzündungshemmend und schmerzlindernd, ideal bei Bandscheibenvorfällen, Arthrose der Wirbelgelenke oder chronischen Muskelverspannungen mit Entzündungskomponente.
- MSM, Glucosamin und Chondroitin (als Kombipräparat)
Dieses Trio ist eine sehr gute natürliche Behandlung von Arthrosen, sie wirkt entzündungshemmend und knorpelaufbauend.
- Boswellia serrata (Weihrauch)
Mit Weihrauch ist das Harz des Boswellia serrata-Baums gemeint. Boswellia enthält Boswelliasäuren, die entzündungshemmenden Eigenschaften haben, welche auf ähnliche Weise wie nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wirken, aber mit einem anderen Wirkmechanismus. Boswellia serrata wirkt abschwellend schmerzlindernd und ist gut bei entzündlichen Prozessen, z. B. bei Bandscheibenvorfällen, Ischialgie oder Arthrose-bedingten Rückenschmerzen geeignet.
- CBD zum Einnehmen oder in einem Öl zum Einreiben
CBD (Cannabidiol) ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid aus der Hanfpflanze (Cannabis sativa), es wirkt nicht berauschend wie THC, hat aber ein hohes therapeutisches Potenzial. CBD wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend, muskelentspannend, sowie angstlösend und stressreduzierend. Bei CBD muss unbedingt auf ein hochwertiges Produkt geachtet werden. Es gibt auch Öle mit CBD und weiteren schmerzlindernden Pflanzenextrakten, die direkt auf den Rücken aufgetragen werden können.
Achtung: CBD ist nicht geeignet bei schwangeren und stillenden Frauen. Bei der Einnahme von Blutverdünnern oder Antidepressiva ist Vorsicht geboten, bitte frage deinen Arzt oder Apotheker.
- Cayenne als Gel zum Einreiben
Cayenne-Pfeffer enthält den scharfen Wirkstoff Capsaicin, das an Schmerzrezeptoren in Nervenzellen bindet, (Wärme-/Brenngefühl), die Schmerzrezeptoren werden bei wiederholter Anwendung desensibilisiert, sodass Schmerzsignale weniger stark ans Gehirn weitergeleitet werden. Ausserdem wird die Durchblutung verbessert, was Muskelverspannungen und Heilungsprozesse unterstützen kann.
Ernährung für einen starken Rücken
Als rückenfreundliche Ernährung ist eine anti-entzündliche, möglichst basische Ernährung mit viel Gemüse, Obst und frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln zu empfehlen, zu achten ist auch auf proteinreiche Produkte und hochwertige Fette. Bio-Qualität ist in jedem Fall vorzuziehen, um eine möglichst mikronährstoffreiche und weniger schadstoffbelastete Ernährung zu gewährleisten.

Einige Beispiele:
| Kategorie | Lebensmittel | Wirkung für den Rücken |
| Gemüse | Broccoli, Grünkohl, Spinat, Mangold, Zucchini, Gurke, Randen, Karotten, Peperoni, Rosenkohl | Basisch, antioxidativ, reich an Vitamin C und Magnesium |
| Obst | Beeren (Heidelbeeren, Himbeeren, Erdbeeren), Kirschen, Granatapfel, Äpfel, Birnen, Zitrusfrüchte | Basisch, antioxidativ, fördern Kollagenbildung |
| Hülsenfrüchte | Linsen, Kichererbsen, grüne Bohnen | Ballaststoffreich, Eiweissquelle, mild basisch |
| Nüsse & Samen | Walnüsse, Mandeln, Leinsamen, Chiasamen, Kürbiskerne | Omega-3 (entzündungshemmend), Magnesium (muskelentspannend) |
| Fette & Öle | Leinöl, Hanföl, Olivenöl (nativ), Avocado | Unterstützen Entzündungsreduktion, liefern gesunde Fette |
| Fisch | Lachs, Makrele, Hering, Sardinen (Achtung: wegen Schwermetallbelastung auf Herkunft achten) | Omega-3-Fettsäuren für Gelenke & Bandscheiben (anti-entzündlich, aber nicht basisch) |
| Milchprodukte (massvoller Verzehr) | Naturjoghurt, Quark, Käse evtl. aus Ziegen- oder Schafmilch Ziegenmilch: leichter verdaulich, ähnlich nährstoffreich wie Kuhmilch Schafmilch: sehr nährstoff- und energiereich | Eiweiss & Calcium für Knochenstabilität |
| Fleisch (massvoller Verzehr) | Mageres Fleisch (Geflügel, gelegentlich Rind) | Eiweiss, B-Vitamine, Eisen, Zink |
| Kräuter & Gewürze | Petersilie, Basilikum, Kurkuma, Ingwer, Zimt | Entzündungshemmend, antioxidativ, verdauungsfördernd |
| Getränke | Wasser (bestenfalls Schadstoff-gefiltert), Zitronenwasser, Kräutertees (Brennnessel, Kamille, Rooibos), grüner Tee, Matcha | Hydriert Bandscheiben, unterstützt Basenbalance |
| Kollagenquellen | Knochenbrühe, Hühner- und Fischhaut | Liefert Bausteine für Bindegewebe, Sehnen, Bandscheiben |
| Magnesiumquellen | Kürbiskerne, Spinat, Haferflocken, Kakaonibs | Entspannt Muskeln, beugt Krämpfen vor |
| Calciumquellen (pflanzlich) | Grünkohl, Sesam, Mandeln | Knochenstabilität ohne Säurelast |
Im zweiten Teil geht es um das Thema Bewegung: Der Rücken ist für Bewegung geschaffen
Dies ist Teil 1 der Serie “Chronische Rückenschmerzen ganzheitlich behandeln”
Teil 2 – Der Rücken ist für Bewegung geschaffen
Teil 3 – Einfluss von Darm, Leber, Psyche, Schlaf und Stress
